Heisse Bäder – Förderung der Gesundheit in gesundem Mass

Das Baden in einem heissen Topf («Hot tubbing») erntet als Medienhype gesteigerte Aufmerksamkeit wie auch geläufige Kritik. Bereits früh wurde Skepsis geäussert bis hin zu der mitreissenden Kritikvokabel «Selbstmordsuppe».

Thermische Einflüsse, wie heisse Bäder, können die Reaktionen des Körpers verstärken – im Guten wie im Schlechten.

Fachwissen rund um das Ragazer Thermalwasser von Dr. Matthias Fenzl

In einem australischen Fallbericht aus den Achtzigerjahren wird mitgeteilt, dass nach 20 Minuten im 41 Grad heissen Hot Tub Probleme mit dem Blutdruck auftreten können. Damit stellt sich die Frage nach der Verträglichkeit und dem Nutzen von heissen Bädern.

Sollen tiefer gelegene Gewebeschichten und Muskeln für eine bessere Durchblutung erreicht werden, um nicht entzündlich bedingte Schmerzen zu lindern, liegt die Badetemperatur bei etwa 39 Grad, wie es in einem der Becken der Tamina Therme angeboten wird. In Experimentalstudien – und wie wir es in Bad Ragaz auch empfehlen – wurde bei Normalpersonen und auch bei medikamentös eingestellten Bluthochdruckpatienten unter gängigen Badebedingungen (zehn Minuten bei 40 Grad) keine stressorische Gefässerweiterung beobachtet.

Weniger bekannt dürfte die schmerzlindernde Wirkung ohne Wärmereiz bei Badetemperaturen von 33 bis 36,5 Grad (wie in der Mehrzahl der Becken in der Tamina Therme) sein. In diesem thermaneutralen Bereich, in dem die Temperatur als behaglich empfunden wird, nimmt der Gefässwiderstand in den kleinen Arterien von Armen und Beinen ab. Die Durchblutung in der Haut und auch in der Muskulatur steigt um etwa 30 Prozent, gleichzeitig ist der arterielle Blutdruck etwas tiefer eingestellt. An der muskelentspannenden Wirkung (muskeltonussenkend) ist auch die Schwerelosigkeit im Wasser beteiligt.

Zusammenfassend tragen Veränderungen im Nerv-Muskel-System zur Schmerzlinderung bei. Thermische Einflüsse, wie heisse Bäder, können die Reaktionen des Körpers verstärken, wobei auch eine eventuelle Gefährdung (Hitzekollaps) bei übertrieben langer Aufenthaltsdauer auftreten kann.