Das aktuelle EM-Fieber der Muskulatur

Die Fussballhelden, die in Frankreich um den EM-Pokal kämpfen, werden ein Lied singen können: Wenn Muskeln nach 24 Stunden anschwellen und während drei bis fünf Tagen druckempfindlich, steif und kraftlos bleiben, dann sind das die spürbaren Folgen einer intensiven körperlichen Belastung. Ja, wir nennen es Muskelkater.

Eisbäder werden gegen die Symptome eines Muskelkaters und für eine rasche Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit eingesetzt.

Fachwissen rund um das Ragazer Thermalwasser von Dr. Matthias Fenzl

Gerade jetzt bei der Austragung der Fussball-EM werden in Frankreich Eisbäder gegen die Symptome eines Muskelkaters und für eine rasche Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit eingesetzt. Die durchwegs positive Einschätzung der Spieler wird nicht vorbehaltlos geteilt. Die Wissenschaft ist sich darüber jedoch noch nicht einig. Im Resümee aktueller Studien wirken sich kalte Tauchbäder wie auch Wechselbäder mit grosser Wahrscheinlichkeit positiv auf Sprungkraft und Maximalkraftleistung aus. Der Beweis, dass Entzündungsparameter unter dem Einsatz von Kälte schneller abklingen, ist allerdings noch ausstehend.

Nun ist es nicht jedermanns Sache, sich wiederholt einem von Jetstreams verwirbelten Eisbad bei zwei Grad Celsius auszusetzen. Ich kann Sie beruhigen. Da reicht bereits brunnenkaltes Wasser von 15 Grad oder ein Besuch in der Tamina-Therme Bad Ragaz. Mehr sinnlichen Genuss vermitteln Wechselbäder bei 15° C und 35° C. Die Wirkmechanismen der Badeformen sind nicht vollends geklärt, die Wissenschaftler erklären dies mit einem beschleunigten Substrattransport durch den Wasserdruck und abschwellender Wirkung. Gewebewasser wird in den Gefässraum verschoben, und über den Blutstrom werden Entzündungsmetaboliten abtransportiert. Möglich ist auch, dass eine stärkere Muskeldurchblutung einer vermehrten Einlagerung von Flüssigkeit und Entzündungsinfiltrat enentgegengewirkt.